Lost- Place
Kurzgeschichte
Mad checkte seine neue Spiegelreflexkamera, die er sich erst kürzlich gegönnt hatte. Noch ließ die Qualität seiner Bilder zu wünschen übrig, allerdings war noch kein Meister vom Himmel gefallen, und das würde sich mit seiner neuen Errungenschaft definitiv ändern. Er wollte nun mal für seine Community das bestmögliche Ergebnis erreichen. Seit zwei Jahren war er begeisterter Fotograf gewesen und hatte sein Hobby zum Beruf gemacht. Was mit einfachen Bildern von alten Häusern und dunklen Bunkeranlagen begann, entwickelte sich immer mehr zu einer Passion, eine Leidenschaft, warum nicht damit Geld verdienen? Er gründete vor 3 Monaten einen eigenen Blog und finanzierte seine Projekte mit Kooperationen von diversen Abenteuermagazinen, denen er dann spektakuläre Bilder verkaufte. Seine Arbeit war nicht immer ungefährlich gewesen, da es sich bei manchen Lost- Place um zerfallene Häuser handelte. Löcher zierten die Böden, wo man den Grund nur erahnen konnte. Einmal steckte Mad für fast eine Stunde in einer Ritze fest als er sich in einem Zugang zu einem alten Wehrmachtbunker verklemmt hatte. Nur mit etwas Glück, konnte er sich noch befreien, sein Rucksack samt Seil und Kletterausrüstung verschwanden in einem klaffenden Loch, welches sich rund einen halben Meter vor ihm auftat.
Er hatte aus seinen Fehlern gelernt und war für seinen heutigen Außeneinsatz gut vorbereitet gewesen.
Das Objekt der Begierde klang vielversprechend obwohl ihm die Art, wie er von dem alten Krankenhaus erfahren hatte, ein ungutes Gefühl in seiner Magengegend verursachte.
Er hatte schon öfters von einer digitalen Schnitzeljagd gehört, in denen begeisterte Spieler sich rege über verlassene, in Vergessenheit geratene Orte austauschten um sie dann meist in Gruppen ausgiebig zu erkunden. Viele Objekte waren nur über spezielle Apps zu erreichen. Hinterlegte Koordinaten brachten den Spieler an ausgewählte, markierte Positionen, wo am Ende ein kleines Logbuch versteckt war, indem man sich einschreiben konnte.
Mad erhielt vor 3 Tagen eine Nachricht von einem User mit dem Nickname Passion 37, was in der Regel nichts Ungewöhnliches war. Nur der Inhalt der Mail war etwas sonderbar.
Passion 37: Hier, ein Ort zum Verweilen. Dort starben arme Kinderseelen, die ihren
Frieden noch immer nicht gefunden haben. Gut erhaltende Bausubstanz, die sich über mehrere Stockwerke sowohl nach oben als auch nach unten erstreckt. Alles sieht noch wie früher aus. Puppen, Stühle, selbst Spritzen
verrotten hier langsam vor sich hin. Das werden die besten Bilder, versprochen.
Mhmm, das klang interessant. Mad hatte Blut geleckt und antwortete dem User.
Mad: Hallo Passion 37. Danke für deine Nachricht. Klingt absolut spannend.
Kannst du mir sagen, wo ich das Gebäude finde? Ist das Gelände umzäunt, gehört es jemanden? Wenn das ok für dich ist, darf ich dann deinen
Nickname in meinem Beitrag erwähnen? Danke dir schon mal für deine Antwort und viele
Grüße! Mad
Eine weitere Nachricht ploppte auf.
Passion 37: Es ist ein vergessener Ort. Du kommst nur zu Fuß hin. Dein Auto kannst du hier parken: N 51°22.606 und O 013°51.493. Ich werde dort die finalen Koordinaten hinterlegen. Behalte sie für dich, sonst kommen alle dahin und es ist nichts besonderes mehr. Im Netz wirst du über das Krankenhaus nichts finden als ob es vergessen werden wollte. Hier schlägt die Natur erbarmungslos zurück. Es gibt nur noch zwei direkte Zugänge über eine Kellerluke und einem eingeschlagenen Fenster auf der Rückseite des Hauses. Keine Menschenseele ist dort, du kannst ungestört fotografieren.
Mad überlegte kurz nach bevor er antwortete.
Mad: Wie wäre es nächsten Sonntag gegen Mittag? Kommst du mit und zeigst mir das Gebäude? Wir könnten uns auch direkt auf dem Parkplatz treffen.
Viele Grüße.
Es vergingen knapp 3 Tage bevor sich Passion 37 wieder meldete. Seine Nachricht war kurz, er war wahrscheinlich kein sehr kommunikativer Typ.
Passion 37: Sonntag ist ok. Ich komme nach, bin zwar in der Gegend unterwegs, habe aber erst Nachmittag Zeit.
Das war die vorerst letzte E- Mail die Mad erhielt.
Mad steuerte seinen alten Ford Escort über einen kleinen unbefestigten Waldweg, geradewegs auf die Koordinaten zu, die ihm Passion 37 genannt hatte. Kleine Büsche und Unkräuter streiften den Unterboden seines Autos, und das Quietschen kleinerer Büsche am Wegesrand setzten dem Lack stark zu. 80 Meter vor ihm wurde der Waldweg breiter, wo er problemlos parken konnte. Die monotone Stimme seines Navis bestätigte seine Ankunft.
>> Sie haben ihr Ziel erreicht. <<
Mad stieg aus seinem Ford aus und sog die frische Waldluft in seine Lungen. Es war ein warmer, sonniger Tag, und es roch intensiv nach Kiefer.
Er öffnete den Kofferraum und kramte seine Ausrüstung hervor, die aus mehreren Taschenlampen, einem Universalmesser sowie Seil und Kletterzubehör bestand. Er war froh, dass er sich noch eine Anglerweste zugelegt hatte, in der jetzt der ganze Kleinkram seinen Platz fand. Er steckte sich noch zwei Flaschen Wasser ein und verstaute das ganze Klettergedöns in seinem Rucksack. Seine Kamera hing er sich seitlich um damit er sie jederzeit griffbereit hatte. Nachdem er die Kofferraumklappe mit einem lauten Knall herabsausen ließ, schweifte sein Blick konzentriert von Baum zu Baum.
Passion 37 hatte ihm noch kurz mitgeteilt, dass Mad vor Ort einen markierten Baum suchen sollte, um weitere Koordinaten zu erhalten. Fast 20 Minuten irrte er auf dem Waldweg hin und her, und langsam riss ihm der Geduldsfaden. Keine Markierung, Bäume über Bäume und keine Internetverbindung um Passion 37 nochmals zu kontaktieren. Zumindest funktionierte sein GPS- Signal tadellos. Er war an den richtigen Koordinaten.
>> Scheiße! << fluchte Mad vor sich her und hob einen Stock auf, den er mit voller Wucht in den Wald schleuderte. Er ging nochmal einige Meter den Weg entlang und stellte sich breitbeinig vor eine alte knorrige Eiche um sich kurz zu erleichtern. Fast hätte er sich in die Hose gepisst als ein paar Meter hinter ihm ein Ast oder Stock eher unsanft gegen einen Baum schlug. Er drehte sich um und konnte niemanden entdecken. War das Holz absichtlich geworfen worden oder war es einfach in diesem Moment abgebrochen und zu Boden gefallen? Es war windstill und da war es wieder, das ungute Gefühl in seiner Magengegend.
>> Hallo? Ist da jemand? Passion 37 bist du es? <<
Stille. Mad starrte in die Richtung wo er das Geräusch vernommen hatte. Eine einzelne Kiefer reckte sich in die Höhe, und sein Blick blieb auf einem kleinen Kästchen kleben, welches unscheinbar am Baumstamm mit einem dicken schwarzen Kabelbinder befestigt worden war.
Er schloss den Reißverschluss seiner Hose und setzte sich in Bewegung. Am Baum angekommen klopfte er vorsichtig gegen den hölzernen Gegenstand, es schien hohl zu sein. Erst zog er vorsichtig dann immer fester am Kästchen, bis er den Deckel mit einem kurzen Ruck vom restlichen Hohlkörper abzog. In ihm befand sich ein grauer Zettel mit roten Zahlen, was sicherlich die finalen Koordinaten darstellten. Komischerweise war die Schrift sehr verlaufen als ob die Zahlen hastig drauf gekritzelt wurden.
>> Spannender Typ<< lächelte Mad und ließ nochmals seinen Blick durch die Gegend schweifen. Er tippte die Zahlen in seine Navigationsapp ein, und tatsächlich befand sich das Zielgebiet rund 7 km nordöstlich von seiner aktuellen Position. Laut Satellitenkarte konnte er nur Baumbesatz entdecken, keine Spur von einem Gebäude oder einer verlassenen Ruine.
>> Ok dann mal los! <<
Mad beruhigte es ein wenig, wenn er seine Stimme hörte. So ganz war ihm nicht wohl dabei, dass er mutterseelenallein durch den Wald stolperte. Dummerweise hatte er auch niemanden in seinem Freundeskreis Bescheid gegeben. Warum aber auch? Er ist doch mitten in Deutschland und es wird schon nichts passieren. Er schüttelte den Gedanken ab und folgte der Karte tief in den Wald.
Noch 140 m, 135 m, 120 m. Mad´s Körper war angespannt und sein Blut rauschte durch seine Adern. Dann sah er es. Zuerst stach ihm das mit Löchern durchspickte Dach in seine Augen und je näher er dem Lost- Places kam, desto gewaltiger wirkten die halb eingefallenen Mauern auf Mad. Er konnte nicht widerstehen und zückte die Kamera um die ersten guten Bilder für seinen Blog zu schießen. Passion 37 hatte nicht übertrieben. Mad stand vor einem zweistöckigen Gebäudekomplex der bis auf wenige Ausnahmen noch gut erhalten war. Farne und aggressiv wachsende Wildrosen eroberten bereits das untere Stockwerk, unmöglich einen geeigneten Zugang zum Inneren zu finden. Mad hob vorsichtig seine Füße und achtete auf jeden Schritt den er tat. Müll und Unrat befanden sich zu seiner rechten Seite, Schuhe, zerrissene Hosen und Pullover lagen achtlos in der Gegend herum und auch eine längst verwitterte Feuerstelle zeugten von längst vergangenen Partys unter Jugendlichen. Hier war schon lange keiner mehr gewesen, da weder Wege noch Trampelpfade vorhanden waren. Klick, ein weiteres Foto von einer kleinen verzierten Treppe rundete Mad`s Archiv weiter ab. Er musste auf die Rückseite des Gebäudes gelangen, nur dort gab es noch einen Zugang. Wie würde es wohl im Inneren aussehen? Leider stieß Mad beim Durchstreifen von alten Gebäuden meist auf zerstörtes Inventar, auf von Graffiti beschmierte Wände oder stinkende Fäkalien, wenn sich Obdachlose mal wieder mitten im Raum entleert hatten. Er schaute kurz nach oben und erschrak fürchterlich als im ersten Stock ein Puppengesicht ihn anstarrte. Er zögerte erst bevor er langsam seine Kamera hob und ein Foto von dieser bizarren Situation schoss. Da hatte wohlmöglich irgendein Scherzkeks die Puppe arrangiert und sie an das Fenster angelehnt. Für einen Moment hatte dieses Ding seine Wirkung nicht verfehlt, Mad lief es noch immer kalt den Rücken herunter und trotzdem konnte er einfach seinen Blick nicht abwenden. Klick, noch ein Foto.
>> Das wird sich bestimmt gut verkaufen, irre. << sprach Mad vor sich hin.
Jetzt konzentrierte er sich wieder auf das Gebäude und steuerte die linke Seite des Hauses an. Scherben zierten den Waldboden, und Stofffetzen hingen zum Teil in den Sträuchern. Nachdem er sich auf der anderen Seite befand, bemerkte er ein halb geöffnetes, glasloses Fenster. Es befand sich in zirka einem Meter Höhe, kein Problem für Mad, der durch seine regelmäßigen Besuche im Fitnessstudio, sich mit seinen Armen auf den Fensterrahmen hievte und seine Knie auf dem Fenstersims ablegte. Vorsorglich ertastete er seine Taschenlampe aus seiner Brusttasche und schaltete sie augenblicklich ein. Er leuchtete hinein, und er war erstaunt, wir ordentlich alles verstaut war. Eine große längliche Theke füllte einen Viertel des Raumes aus, kleinere Stühle waren akkurat nebeneinander an die Wand gestellt worden. Natürlich hatte auch der Zahn der Zeit am Inventar genagt und mehrere Staubschichten bedeckten den Boden und die rötlichen Polster einer Couch, die in der rechten Ecke stand. Und da saß wieder einer dieser widerlichen Keramikpuppen mit weit aufgerissenen Augen. Mad hatte das Gefühl, sie würde ihn beobachten. Er hasste diese Dinger wie die Pest. Trotzdem war das Zusammenspiel der Gegenstände und der Gruselpuppe ein gutes Fotomotiv. Klick...weitere Serienaufnahmen ratterten durch die Maschine. Links vom Tresen führte eine Treppe in den Flur und Mad konnte nur erahnen, wohin dieser führte. Mit Bedacht durchquerte er den Raum und stellte seine Lampe auf die hellste Stufe. An der Tür angekommen, leuchtete er jeden Winkel des Flures ab, der von Türen gesäumt war. Manche waren halb geöffnet oder sogar aus den Angeln gerissen worden. Am Ende befand sich eine Treppe, die sowohl in das obere Stockwerk als auch in den Keller führte. Während er auf sie zusteuerte, ließ er immer wieder den Lichtstrahl seiner Taschenlampe in die Nebenräume gleiten. Sie waren Fensterlos und in manchen hatten Vandalen ganze Arbeit geleistet. Umgeworfene Schränke und verstellter Unrat machten das Betreten mancher Räume fast unmöglich, ein anderes Zimmer wiederum beinhaltete Betten und kleinere Kommoden, die erstaunlicher Weise noch gut erhalten und nicht demoliert waren. Weiter hinten befand sich ein Waschraum mit einem abgeschlagenen Pissoir. Es roch modrig, und die Luft war stickig. An der Treppe angekommen, entschied sich Mad für das erste Stockwerk. Die Treppen waren aus massivem Beton gefertigt worden und zeigten noch keinerlei Ermüdungserscheinungen. Glas knirschte unter seinen Sohlen, und Holzlatten versperrten seinen Weg. Mad machte einen großen Schritt und wäre fast an einem herausstehenden Nagel hängengeblieben. Er musste vorsichtiger sein, um sich heute nicht ernsthaft zu verletzen. Er erreichte das erste Stockwerk, was durch mehrere Fenster mit Licht regelrecht durchflutet wurde. War das mal ein Speisesaal gewesen? Mehrere Tische, auf denen noch zum Teil Besteck und Teller eingedeckt waren, stützten seine Vermutung. Selbst die Weinflaschen, die mit einem unleserlichen Etiketten hingestellt wurden, waren pro Tisch exakt einmal vorhanden.
>> Boooaar das glaubt mir kein Mensch. <<
Mad nahm die Kamera und fotografierte die grotesken Arrangements mit der Kamera.
Das Licht war perfekt und er mit seinem Motiv zufrieden. Er ging zu einem der Fenster und entdeckte die eingefallenen Mauern, die er zu Beginn wahrgenommen hatte. Mit einmal traf es ihn wir ein Schlag.
>> Scheiße<<, entglitt es ihm. Er hatte doch vorher diese Puppe bemerkt, die eindeutig von unten zu sehen war. Er scrollte auf dem digitalen Display seine Aufnahmen durch und tatsächlich, da war sie. Wo war sie jetzt? Er ging von Fenster zu Fenster, sie war weg.
In Gedanken versunken, schepperte es auf einmal heftig im Erdgeschoss. Mad zuckte zusammen und ließ fast seine Kamera fallen. Er gab keinen Mucks von sich, wie gelähmt stand er einfach da. War er alleine? Er musste zwangsläufig wieder über das Treppenhaus das Gebäude verlassen, einen anderen Ausgang gab es nicht. Um nicht auf sich aufmerksam zu machen, schaltete er seine Lampe aus und ging auf Zehenspitzen zum Treppenaufgang. Der Boden knarrte unaufhörlich. Wenn doch jemand im Gebäude war hatte er jetzt Mad bemerkt. Er lauschte angespannt, kein Geräusch, nichts.
Langsam und mit spärlichem Licht stieg Mad den Treppenaufgang herab, versuchte so geräuschlos wie nur möglich die Holzlatten und Glasscherben zu übersteigen, bis er im Erdgeschoss ein erneutes Krachen hörte. Es kam vom Eingangsbereich, als ob dort jemand erneut einen Schrank mit voller Wucht auf den Boden fallen ließ. Jetzt war Mad panisch. Er fürchtete um sein Leben und sah nur noch eine Chance, über den Keller zu fliehen. Passion 37 hatte einen weiteren Zugang über eine Kellerluke erwähnt, dass war seine einzige Möglichkeit, dieser Situation zu entkommen. Ohne die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken ertastete Mad ein metallenes Geländer, was ihm half sich etwas zu orientieren. Vorsichtig aber entschlossen setzte er einen Fuß nach dem anderen auf den Treppenabsatz und stieg hinab in den Keller. Nachdem er sich an der Wand seinen Weg ertastete, traute er sich seine Taschenlampe auf kleinster Helligkeitsstufe anzuschalten. Mauern aus Sandstein säumten seinen Weg und mehrere kleine Gänge und Verzweigungen ließen Mad`s Hoffnung schwinden, den rettenden Ausgang noch rechtzeitig zu finden. Außerdem war er sich jetzt zu hundert Prozent sicher, dass er nicht alleine in diesem Horrorhaus war. Zuerst klirrte eine Scheibe, dann klang es fast so als ob jemand Möbel hin und her rückte. Er hatte Angst. Mit leisen Schritten bog er in den nächsten Kellergang ab und blieb abrupt stehen als ein Ping die Schwärze durchzog. Mad blieb stehen.
Ping, Ping.
Zuerst dachte er an sein Telefon, was gerade eingehende Nachrichten ankündigte aber er hatte weder eine Internetverbindung noch ein Funknetz. Wieder das gleiche monotone Geräusch.
Es kam von vorne, keine vier Meter von Mad entfernt. Weiter konnte er im Schein der Taschenlampe nicht erkennen, da der Gang vor ihm scharf nach links abbog.
Ping.
Jetzt sah er es. Etwas lag vor ihm im Dreck. War das ein Smartphone, dessen Display nach unten zeigte? Mad wusste nicht ob er schreien und einfach wegrennen sollte, all seine Alarmglocken schrillten wie verrückt in seinem Kopf. Trotzdem war seine Neugier größer als die Angst, und als er es aufhob und umdrehte erschrak er fürchterlich.
Mad: Wie wäre es nächsten Sonntag gegen Mittag? Kommst du mit und zeigst mir das Gebäude? Wir könnten uns auch direkt auf dem Parkplatz treffen.
Viele Grüße.
Mad ließ das Telefon fallen und rannte los. Als er um die Ecke stürmte, stolperte er über etwas Weiches, was er übersehen hatte. Er fiel hin und seine Taschenlampe rollte durch seinen Zusammenprall auf den Boden hin und her. Panisch ertastete er sein Universalmesser und öffnete es augenblicklich. Er rappelte sich auf und griff nach seiner Taschenlampe. Er leuchtete zurück und schrie aus Leibeskräften als er den toten Körper eines jungen Mannes entdeckte, über den er soeben gestolpert war. Seine Augen waren weit aufgerissen und spiegelten das blanke Entsetzen wider. Jemand oder etwas hatte seine Ohren abgeschnitten und seinen Mund in ein Dauergrinsen verwandelt. Er sah fast wie solch eine Keramikpuppe aus, die Mad heute mehrmals entdeckt hatte. Er nahm all seine Kräfte zusammen, stand auf und drehte sich um als in diesem Moment eine Gestalt vor ihm stand und ruckartig ein scharfes Messer immer und immer wieder in Mad´s Bauch stieß. Mad wurde schwarz vor Augen und es dauerte nicht mehr lange, bis aus ihm jedes Leben entwich. Das Letzte, was er noch hörte, war eine sanfte aber entschlossene Stimme.
Das hier ist mein Spielplatz du Penner, und er wird es auch für immer bleiben.