Die Mutprobe
Jason, Marissa und Ben waren auf der Crown Street unterwegs. Hätten ihre Eltern gewusst, dass sie um diese Uhrzeit noch in der Gegend herumschlichen, hätte es eine Menge Ärger gegeben. Mit nur neun Jahren war Ben der Jüngste in der Gruppe gewesen. Jason hatte keine Wahl. Hätte er seinen kleinen Bruder nicht mitgenommen, wäre es heute unmöglich gewesen, sich unbemerkt aus dem Haus zu schleichen. Nun liefen sie hastig die dunkle Straße entlang, in der Hoffnung, dass noch niemand das Trio bemerkt hatte. Ihr Ziel für heute Nacht war der städtische Friedhof gewesen, der noch gut einen halben Kilometer entfernt war. Marissa hatte von einigen Freundinnen gehört, dass es dort in der Nacht spuken soll. Dazu kam das plötzliche Verschwinden eines Obdachlosen, dessen Schuhe und Kleidung der Friedhofswärter am nächsten Morgen in einem frisch ausgehobenen Grab vorfand. Es wurden viele Geschichten über diesen Ort erzählt, einige waren erfunden, andere entsprangen Legenden und Erzählungen längst vergangener Tage. Immer wieder prahlten Jugendliche mit ihren nächtlichen Besuchen, posteten Bilder von Grabsteinen in den sozialen Medien oder feierten dort ausgelassene Partys. Nachdem die Zerstörungswut immer größere Auswüchse annahm, beschloss der Stadtrat letztendlich die Umzäunung des Friedhofs zu verstärken und die großen metallenen Eingangstore bereits vor dem Einsetzen der Dämmerung fest zu verschließen. Marissa jedoch hatte aus einer todsicheren Quelle erfahren, dass es noch einen weniger bekannten Zugang zum Gelände gab. Zuerst mussten sie den nördlichen Flügel des Friedhofs erreichen, um über ein Eisengitter im Boden auf das rund zwei Quadratkilometer große Areal zu kommen.
>> Los macht schon! <<, fauchte Marissa ihre beiden Begleiter harsch an.
Jason und Ben standen unbeholfen vor dem Gitter und schauten Marissa fragend an.
>> Seid ihr ein paar Memmen! Ich denke, ihr habt keine Angst? <<
>> Eigentlich nicht. <<, stotterte Ben vor sich her und rückte noch näher an seinen Bruder heran.
>> Marissa, du bist dir sicher, dass wir hier rein steigen können? <<
Jason kramte eine kleine Taschenlampe aus seiner Hosentasche und leuchtete in das abgesperrte schwarze Loch hinein.
>> Sicher doch! <<, erwiderte Marissa und versuchte das Gitter zu bewegen, welches an zwei Scharnieren befestigt war. Ein lautes rostiges Quietschen durchdrang die Stille.
>> Los, helft mir doch mal! <<, raunte Marissa erneut die Brüder an.
Widerwillig griffen Ben und Jason in die Metallwaben des Gitters hinein und zogen mit voller Kraft die Absperrung zur Seite. Krach, das metallene schwere Ungetüm flog mit voller Wucht gegen die Sandsteinmauer. Der Putz rieselte auf den Boden herab.
>> Toll, könnt ihr bitte noch lauter sein? Männer! <<
Marissa verdrehte die Augen, riss die Taschenlampe aus Jasons Hand und kletterte als Erste in den alten Tunnel einer stillgelegten Kanalisation hinein.
>> Angsthasen, Pfeffernasen! <<, pfiff sie vor sich her, bevor ihr schmaler Körper in der Finsternis verschwand.
>> Von wegen Angsthasen. <<
Jason schob seinen Bruder vor sich her und befahl ihm, sich gefälligst zu beeilen, damit alle drei zusammenblieben.
Der Kanal war stickig und lange Spinnweben hingen von der Decke herab. Immer wieder summten Mücken an Jasons Ohren, der immer wieder seine Hand in der Luft herumwirbelte, um die lästigen Blutsauger zu vertreiben.
>> Wie lange müssen wir denn noch kriechen? <<, protestierte Ben.
Marissa unterbrach ihn augenblicklich und befahl ihm sofort leise zu sein.
>> Wir müssten doch schon längst im Friedhof sein oder nicht? <<, stellte Jason verwundert fest. Marissa reagierte nicht. Nach weiteren 10 Minuten hielt sie jedoch inne und leuchtete mit der Taschenlampe nach oben.
>> Hier geht es raus, los folgt mir! <<
Marissa griff nach einer rostigen Metallsprosse und zog sich mit beiden Händen nach oben.
Etwas verwundert darüber, dass der Ausgang in eine Art Gebäude führte, stellte sich Marissa neben das Loch und wartete darauf, dass Ben und Jason ebenfalls herauskrabbelten.
>> Wo sind wir hier? <<, fragte Ben und hielt Jasons Hand fest.
>> Eigentlich auf dem Friedhof! <<, stellte Marissa nüchtern fest und schwenkte die Taschenlampe hin und her. Im Lichtkegel waren alte Steinplatten mit Inschriften zu erkennen, die sorgfältig aneinander gestapelt waren. Die Schrift war eigenartig verschnörkelt, keines der Kinder konnte lesen, was dort geschrieben stand.
>> Kannst du dich daran erinnern, dass es auf dem Friedhof solch ein Gebäude gab? <<
Marissa sah Jason fragend an, der aber nur mit den Schultern zuckte.
>> Ich glaube es gibt eine Art Kapelle, wo die Abschiedsfeiern für die Toten stattfinden. Keine Ahnung, wo wir hier sind. <<
Jason nahm seine Taschenlampe wieder an sich und leuchtete den Raum weiter aus.
>> Schaut, dort! Da geht es doch raus oder? <<
Marissa und Ben folgten dem Lichtstrahl und sahen am Ende des Raumes eine halboffene Holztür.
>> Los, sehen wir nach, wo sie hinführt! <<
Marissa setzte sich in Bewegung, dicht gefolgt von Ben und Jason.
Mit einem lauten Knarren, öffneten die Kinder die Tür, und sie schauten vorsichtig auf das in Mondscheinlicht gehüllte Gelände. Grillen zirpten unaufhörlich zwischen mannshohen Grabsteinen, deren lange Schatten von der Nacht verschluckt wurden.
>> Wir sind drin! <<, jubelte Marissa freudig und boxte Jason leicht gegen die Schulter.
>> Und, so schlimm war es doch nicht oder? <<
>> Na ja, wir müssen den ganzen Weg wieder zurück, ich mag noch gar nicht daran denken. <<, entgegnete Ben, der dafür nur wieder einen genervten Seufzer erntete.
>> Ist dein Bruder immer so langweilig? <<
Ben plusterte sich auf, um zur Gegenattacke anzusetzen als ihn Jason mit einem:
>> Pssst, sei mal still! <<, sofort zum Schweigen brachte.
>> Habt ihr das gerade gehört? <<
Marissa und Ben schauten sich an und schüttelten gleichzeitig den Kopf.
>> Dahinten ist etwas! <<
Hastig schwenkte Jason die Taschenlampe hin und her, konnte aber nichts entdecken.
>> Vielleicht bleiben wir auf dem Hauptweg? <<, schlug Marissa vor und setzte sich augenblicklich in Bewegung.
>> Warte Marissa, wir bleiben zusammen! << protestierte Jason und zerrte Ben mit sich, der
verängstigt seine Hand drückte.
>> Was hast du gerade gehört? <<, stotterte Ben ohne den Weg aus den Augen zu verlieren.
>> Keine Ahnung, als ob jemand auf Kies gelaufen ist. <<
Während Marissa und Jason der Stille lauschten, wimmerte Ben vor sich hin.
>> Warum sagt ihr Beide nichts mehr? Was ist los? <<
Marissa erwähnte nur beiläufig, dass es mucksmäuschenstill war. Gut, sie befanden sich auf einem Friedhof aber warum zirpten nicht einmal mehr diese verdammten Grillen? Immer wieder schwenkte Jason die Lampe nach rechts und links.
Der Lichtkegel streifte ein paar Gräber und Bäume bis er an einem Gebäude kleben blieb, was den Kindern vertraut vorkam.
>>Sind wir da nicht rausgekommen? <<
>> Vielleicht? <<, wisperte Ben ängstlich.
>> Das muss ein anderes Gebäude sein, oder wir sind im Kreis gelaufen? <<
>> Sind wir nicht! <<
Marissa blieb abrupt stehen, und fast wären Jason und Ben in sie hineingestolpert.
>> Wartet, da ist jemand! <<
Marissa zerrte beide Jungs vom Hauptweg runter und suchte Schutz hinter einem alten, hohen Grabstein.
>> Mach das scheiß Licht aus! <<, knurrte sie Jason barsch an.
Eher unbeholfen fingerte er am Schalter herum, bis das Licht erlosch.
Es vergingen Minuten als sich ein leises quietschen den Kindern näherte. Etwas rumpelte über den Friedhofsweg. Marissa nahm all ihren Mut zusammen und lugte hinter dem Grabstein hervor. Sofort zuckte sie wieder zurück. Trotz ihrer Gelassenheit wirkte sie jetzt verängstigt. Ihr Herz fing an zu rasen, und sie drückte sich noch fester mit dem Rücken an den Grabstein. Jason merkte, dass etwas nicht stimmte und nahm ihre Hand.
>> Was ist los? <<. flüsterte er kaum hörbar in ihr Ohr.
Das Quietschen befand sich direkt hinter ihnen.
>> Wir müssen hier sofort weg! <<
Sie sagte es auf einer Art, dass Jason eine Gänsehaut bekam.
Jason wollte ebenfalls nachschauen, Marissa drückte ihn augenblicklich wieder runter und flüsterte ihm etwas zu.
>> Das ist ein Einkaufswagen voller Sachen, und da ist keiner den ihn schiebt. <<
In diesem Augenblick erstarb das Geräusch.
>> Scheiße, Scheiße, Scheiße <<, gab Marissa panisch von sich.
>> Warte! <<
Jason versuchte sie zu beruhigen und griff nach rechts ins Leere, wo soeben noch sein kleiner Bruder gestanden hatte.
>> Ben, mach kein Mist, Ben wo bist du? Verdammt! <<
Es nütze nichts. Jason musste handeln. Er schaltete seine Taschenlampe wieder an und trotz des Protests von Marissa trat er hinter dem Grabstein hervor, um den Friedhofsweg ausleuchten zu können. Was er dort sah, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren.
Eine knochige Gestalt in einem alten schwarzen Wrack und großem Zylinderhut stand keine zehn Meter vor ihnen und starrte nach unten auf Ben, der wie versteinert am Einkaufswagen stand. Er rührte sich nicht mehr. Fast zeitgleich drehten zuerst der Mann und dann sein Bruder den Kopf zur Lichtquelle. In ihren Augen war nichts als Schwärze zu erkennen, die Mimik der Gesichter verkörperten das absolut Böse. Ihre Mundwinkel hingen unnatürlich schief nach oben als ob sie grinsen würden. Völlig in Trance bemerkte Jason nicht, dass Marissa an seinen Arm zerrte, um dieser grotesken Situation zu entkommen. Erst wehrte er sich dagegen, doch dann begann er allmählich an zu rennen. Weg von diesem Ort, weg von diesen Monstern, oder was auch immer gerade dort war.
>> Warte Marissa! Ich kann doch meinen Bruder nicht hierlassen.
Er braucht meine Hilfe! <<
Marissa schüttelte den Kopf.
>> Wir müssen raus aus diesem Friedhof und Hilfe holen! <<
Ihre Geschwindigkeit wurde langsamer und noch immer zerrte Marissa an Jason.
>> Komm schon, was ist los mit dir? <<
Marissa wirkte hysterisch.
>> Ich kann ihn nicht hierlassen! Siehst du dort drüben das Gebäude? <<
Jason leuchtete mit der Taschenlampe auf die Kapelle, aus der sie aller Wahrscheinlichkeit nach hergekommen waren. Es waren knapp 200 Meter zur hölzernen Tür, die noch immer offen stand.
>> Lauf los und hole Hilfe, ich suche Ben und komme dann nach! <<
>> Das ist eine Scheiß Idee! <<, fluchte Marissa vor sich her.
>> Er ist mein Bruder! <<
Jason rang mit den Tränen. Er hatte aber keine andere Wahl, denn Ben wäre auch nicht abgehauen.
>> Fuck! <<, entglitt es Marissa, und sie ließ Jason los. Dann fing sie an zu rennen. Jason leuchtete ihr mit der Taschenlampe hinterher, bis sie sich am Gebäude befand.
Jason überlegte. Er war planlos über den Friedhof gerannt, nur wo sollte er seinen Bruder suchen? Er durfte keine Angst haben und fing an laut nach ihm zu schreien. Vielleicht war noch jemand anderes auf dem Gelände, der ihn hörte? Das er jetzt Ärger bekommen würde, war ihm völlig egal.
Marissa hatte Schwierigkeiten sich in der Kapelle zu orientieren. Sie hatte die Tür weit aufgelassen. Hier und da verirrten sich ein paar Lichtstrahlen des Mondes an den Wänden des Raumes. Zwar erkannte sie die gleichen Steinplatten wieder aber wo zum Teufel war das Loch, aus dem sie raus geklettert waren? Noch immer orientierungslos rannte sie zum Ende des Raumes und suchte akribisch den Boden ab.
Erleichterung machte sich in ihr breit als sie letztendlich die Leiter entdeckte, die nach unten in den Tunnel führte. Gerade als sie in die Hocke ging, hörte sie erneut ein ihr vertrautes Geräusch. Quietschende Räder, die über Kies holperten. In Panik drehte sie sich herum und sah im Türrahmen eine Schattengestalt stehen, die sich ohne Vorwarnung in Bewegung setzte und auf Marissa zu rannte. Reflexartig setzte sie sich schnell auf die Kante und sprang in den Tunnel. Der Aufprall ihres Körpers war hart und ließ sofort einen stechenden Schmerz durch ihr rechtes Knie jagen. Sie schrie auf. Adrenalin rauschte durch ihre Adern, und sie fing an, sich mit beiden Armen nach vorn zu ziehen. Stück für Stück robbte sie auf dem Bauch nach vorn. Dunkelheit umhüllte sie vollständig. Etwas Schweres platschte hinter ihr auf den Boden. Es verfolgte sie, und Marissa erhöhte ihr Tempo. Dann geschah es. Sie prallte mit voller Wucht gegen eine Wand. Der Tunnel schien hier zu enden. Zuerst bekam Marissa einen riesengroßen Schreck und dann dämmerte es ihr, dass sie in die falsche Richtung der Kanalisation gekrochen war und sich nun in einer Sackgasse befand.
>> Scheiße! <<, entglitt es ihr aber dann war es auch schon zu spät. Etwas sprang mit voller Wucht auf ihren Rücken und drückte ihren Kopf auf den Boden. Das Gewicht des Angreifers raubte ihre die Luft, schreien konnte Marissa nicht mehr. Zuerst gruben sich lange spitze Zähne in ihr Genick, gefolgt von knackenden und schmatzenden Geräuschen. Marissa war wie gelähmt, sämtliche Gegenwehr wurde von der Kreatur augenblicklich gestoppt. Am Ende ließ sie es einfach nur noch geschehen, und ihr wurde schwarz vor Augen.
Jason hatte sich verirrt. Alle Wege und Abzweigungen sahen gleich aus. Wolken verdeckten immer wieder den Mond und hüllten den Friedhof in völlige Dunkelheit. Noch immer war es totenstill, und selbst die Grillen schienen diesen verfluchten Ort zu meiden. Hinter ihm krachte es im Gebüsch und fast hätte er vor Schreck seine Taschenlampe fallen lassen. Jason fühlte sich beobachtet, und ein ungutes Magengefühl machte sich in ihm breit!
>> Hallo Ben, bist du es? <<, rief er zögerlich. Keine Reaktion. Jason setzte sich in Bewegung und schaute mehrmals hinter sich, um nicht überrascht zu werden. Ein markerschütternder Schrei
hallte über den Friedhof.
>> Marissa! <<, ging es Jason sofort durch den Kopf. Er fühlte sich mies, dass er sie im Stich gelassen hatte, nur änderte das jetzt nichts an seiner Situation. Etwas war hinter ihnen her, da war er sich sicher. Er leuchtete wieder nach vorn und erschrak fürchterlich. Direkt vor ihm standen Bens Schuhe. Für Jason sah es wie ein Arrangement aus. Sie standen parallel zueinander und die Schleifen waren ordentlich geschnürt. Neben ihm huschte ein schwarzer Schatten vorbei und ein leises Kinderlachen durchdrang die Stille. Jason drehte sich im Kreis und folgte dem Lichtstrahl seiner Lampe. Nichts.
>> Was soll die Scheiße Ben? Lass uns einfach gehen! <<
>> Ich möchte aber bleiben, ich finde es toll. <<
Jason drehte sich erneut nach links und da stand Ben mit dem knochigen alten Mann. Beide sahen ihn direkt an und grinsten schief.
>> Was soll das hier? <<
Jason ging einen Schritt auf die beiden Gestalten zu. Sein Mut überraschte Jason.
Ben, der noch immer ins Leere starrte, hob die Hand und hielt sich seinen Zeigefinger vor den Mund.
>> Psssssst, sonst holt es dich! <<<
>> Was soll mich holen, warum sprichst du so komisch? <<
Der knochige Mann legte seinen mit Stoff bedeckten Arm auf Ben`s Schulter und zog ihn sachte nach hinten um den Abstand zu Jason zu erhöhen.
Zuerst verstand er nicht warum er das tat, doch ein Knurren hinter ihm, ließen Schlimmes erahnen.
Er drehte sich ruckartig um und entdeckte Marissa, deren Gesicht und Shirt völlig blutverschmiert waren. Ihre Augen waren düster, und sie lächelte ebenfalls unnatürlich schief.
Jason bekam keinen Laut aus sich heraus und ehe er reagieren konnte, sprang sie auf ihn zu und riss ihn zu Boden. Jason knallte mit dem Hinterkopf auf einen Begrenzungsstein. Er war regungslos und schaute in den sternenbedeckten Himmel. Marissa setzte sich auf seinen Bauch und fixierte seine Arme. Ihr Gesicht kam ganz nah an seines heran. Kurz konnte Jason tiefe Traurigkeit erkennen.
>> Es tut mir so leid! << wisperte sie ihm traurig zu.
Danach erschien wieder die hässliche Fratze, ihre Augen färbten sich pechschwarz. Sie tötete Jason mit nur einem Biss in die Kehle.
Heute war ein warmer, sonniger Tag. Als Martin um 08:30 Uhr das Eisentor des Friedhofsgeländes aufschloss, fiel ihm sofort ein mit Blumen geschmücktes Grab auf, welches unweit des Eingangs ausgehoben worden war. Etwas irritiert drückte er das Metalltor wieder ins Schloss und schlürfte zielgerichtet auf den großen Erdhaufen zu, der sich unmittelbar daneben befand. Vorsichtig schaute er über den Rand in das ausgehobene Loch hinein. Dort waren akkurat blutverschmierte Jeanshosen sowie Shirts und Schuhe, vermutlich von Kindern, hineingelegt worden. Martin hielt sich seine Hand vor den Mund und taumelte einige Schritte zurück. Er entdeckte zwischen den Blumen ein schwarze Grabschleife mit weißer Schrift: